20 Quilts

An Tichelaar und der junge mennonitische Pastor Herman Keuning lernen sich während ihrer Arbeit für den Widerstand im 2. Weltkrieg kennen. Sie beschließen 1944, zu heiraten und sich im mennonitischen Pfarrhaus in Irnsum im Zentrum Frieslands niederzulassen.

Von dort aus führt An, die Krankenschwester ist, ihre Widerstandsarbeit fort. Das Pfarrhaus fungiert auch als Übergangsadresse für viele Menschen, die verfolgt werden oder fliehen mussten. Außerdem führt sie dort ein Notspital.

Als sie nach dem Krieg gebeten wird, mennonitische Flüchtlinge aus der Ukraine für ein Jahr zu beherbergen, übernimmt An die Organisation der Unterbringung von 100 dieser Flüchtlinge in Irnsum und Umgebung. Im Pfarrhaus selbst wird aus dieser Gruppe eine vierköpfige Familie aufgenommen. Da sie nicht über ausreichend Bettzeug verfügt, bittet An das MCC (Mennonite Central Committee) um Hilfe. Daraufhin erhält sie eine große Menge Quilts, die in Nordamerika gefertigt worden sind.

Als die Flüchtlinge ein Jahr später nach Paraguay auswandern können, bleiben die Quilts zurück. An behält und hegt viele davon noch lange Jahre, als greifbare Erinnerung an diese Zeit.

Fünfunddreißig Jahre später ist Lynn Kaplanian-Buller bei An und Herman zu Gast. Die Quilts, die sie auf den Betten liegen sieht, erinnern sie an ihre Jugend in Nordamerika. Weitere zehn Jahre später kommt sie mit An ins Gespräch und ist sofort von deren bewegtem Leben fasziniert. Sie ist es, die An dazu bringt, ihre Memoiren aufzuschreiben. Ein Teil dieser Memoiren ist in der ersten, englischen Ausgabe des Buchs, „Passing on the comfort“, mit Lynns Lebensgeschichte verwoben. Dieses wurde 2005 bei der Eröffnung der Ausstellung präsentiert, die 20 der Quilts in derselben Region zeigte, in der sich das Hauptquartier des MCC befindet (Akron, Pennsylvania).

Die Quilts befinden sich heute bei einer Stiftung, die sie erhält. Inzwischen ist die Ausstellung an vielen Orten in Nordamerika und Kanada, den Niederlanden und der Ukraine gewesen.

Flüchtlinge und Hilfsgüter gab es zu allen Zeiten. Die Ausstellung der Quilts zeigt, was Menschen füreinander tun können, wenn sie einander mit praktischer Hilfe, durch die Bereitstellung von Hilfsgütern und im menschlichen Kontakt, unter die Arme greifen. Die Quilts erzählen eine solche Geschichte.

Die Ausstellung der 20 Quilts kann zusammen mit dem biographischen Buch wie ein Quilt durchwandert und erlebt werden.

Hier sehen Sie die 20 Quilts.